Die Ergotherapie ist ein Teil des interdisziplinären Teams der Schmerzklinik. Die Zusammenarbeit und der regelmäßige Austausch mit den anderen Fachbereichen dient dem gemeinsamen Behandlungsweg.
Mit der ersten Kontaktaufnahme erfolgt eine Befundaufnahme, die durch strukturierte Fragen den momentanen Bewegungsgrad und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltages ermittelt. Gemeinsam mit dem Patienten wird dann ein individueller Behandlungsplan erstellt. Während der Behandlung werden immer neue Teilziele bestimmt, die an die aktuelle Situation angepasst sind.
Das Ziel der Ergotherapie ist eine zufriedenstellende Ausführung alltäglicher Handlungen und die damit verbundene selbst bestimmte Teilhabe am Leben. Das wird erreicht durch Verbesserung, Wiederherstellung oder Kompensation der beeinträchtigten Fähigkeiten und Funktionen. Die Mitarbeit des Patienten ist ein wichtiger Grundstein für den Erfolg der Therapie.
Die ergotherapeutischen Behandlungsverfahren werden bei Störungen der Wahrnehmung von taktilen Reizen zum Beispiel bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder auch der peripheren Nerven angewendet.
Sensibilitätsstörungen können in verschiedenen Umfängen auftreten: völliger Verlust des Berührungsempfinden (Anästhesie), herabgesetztes Berührungsempfinden (Hypästhesie), verändertes Berührungsempfinden (Parästhesie), völliger Schmerzverlust (Analgesie) oder herabgesetztes Schmerzempfinden (Hypalgesie).
Die Desensibilisierung wird eingesetzt bei verstärktem Berührungsempfinden (Hyperästhesie) oder vermehrter Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie).
Das Ziel ist jeweils durch Stimulation der Hautrezeptoren die Nervenfunktion der Oberflächen- und Tiefensensibilität anzuregen und somit das Berührungs- Schmerz- und Temperaturempfinden zu verbessern/zu trainieren.
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Vibratorische Reizzufuhr |
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De- und Sensibilisierung durch taktile und warme Reize. Zusätzlich wird die Beweglichkeit und die Koordination der Finger trainiert. |
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Das Bürsten mit verschiedenen Härtegraden stimuliert die Hautrezeptoren und trainiert das Berührungsempfinden. |
Die Bewegungsanbahnung und somit das Mobilisieren der Gelenke und Muskeln ist von großer Wichtigkeit zur Verhinderung von Kontrakturen und im Hinblick auf die Selbstständigkeit.
Die Bewegungen werden aktiv durchgeführt mit Unterstützung und Führung durch den Therapeuten. Das Ziel ist der Ausbau des Bewegungsausmaßes im physiologischen Ablauf. Entscheidend ist lediglich das Anschneiden der Schmerzgrenze und kein Reingehen in den Schmerz. Der Ausbau geschieht langsam, individuell und mit einer hohen Anzahl an Wiederholungen. Die Wiederholungssequenzen sind wichtig für das motorische „Bewegungs“-Lernen, damit auch außerhalb der Therapie die Bewegungsabläufe vorteilhaft und vor allem eingesetzt werden.
Die Übungen haben immer eine Verbindung in den Alltag. Es sollen Aktivitäten trainiert werden, die einen Fähigkeitenerwerb dienen und dem Ziel der Erreichung einer größtmöglichen Selbstständigkeit.
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Alltagspraktische Übungen zum Trainieren des Pinzettengriffes im Hinblick auf die berufliche Rehabilitation/Umschulung und Alltagshandlungen.
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Bimanuelle Aktivitäten, die die Zusammenarbeit und die Koordination der Hände trainieren, damit hauswirtschaftliche Tätigkeiten wieder bewältigt werden können. |
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An dem therapeutischen Holzschuh kann ebenfalls das Zusammenspiel der Hände wie auch das Binden einer Schleife geübt werden. |
Der Muskelaufbau wird parallel zum Bewegungsausbau trainiert. Durch gezielte individuell angepasste Übungen wird die Kräftigung der geschwächten Muskulatur in Etappen angeregt. Die Gelenke werden hierdurch stabilisiert und zugleich für die täglichen Aktivitäten beweglicher.
Die Ergotherapie hat eine große Auswahl an Materialien zur Verfügung, welche dann an die individuellen Bedürfnisse angeglichen werden.
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Handwerkliche Arbeiten wie Peddigrohr und Acrylmalerei können beim Muskelaufbautraining auch angewendet werden. |
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Zur Kompensation von eingeschränkten Funktionen und zur Ermöglichung von Selbstständigkeit im Alltag können je nach Bedarf Hilfsmittel Anwendung finden. Hilfsmittel gibt es in Form von Einhänderbretter, Besteck mit Griffverdickung und Verdickungen für Stifte.
Klinikum
Delmenhorst gGmbH
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