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Klinikum Delmenhorst
 

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Klinikum Delmenhorst gGmbH
Klinik für Urologie und Kinderurologie
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27753 Delmenhorst

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Dr. med. Rüdiger W. Schlick
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Schließmuskelprothese (Künstlicher Schließmuskel)

Die Belastungsharninkontinez oder Streßharninkontinenz nach radikaler Prostatektomie (Radikalentfernung der Prostata), Zystektomie (Entfernung der Blase) oder nach transurethraler Prostataresektion ist eine seltene, aber typische Komplikation mit ganz erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität. Meist ist durch konservative Therapie, insbesondere dem Beckenbodentraining, innerhalb eines Jahres eine zufriedenstellende Kontinenz zu erreichen. In etwa 8% der Fälle kommt es jedoch nach Radikaloperationen zu einer dauerhaften höhergradigen Harninkontinenz mit Beschädigung des Schließmuskels. Für diese Patienten ist die Implantation eines künstlichen Schließmuskels artifizieller Sphinkter) eine therapeutische Möglichkeit.

Künstlicher SchließmuskelDer künstliche Schließmuskel ist eine hydraulisch arbeitende Silikon-Kautschuk-Prothese, die aus drei Hauptkomponenten besteht: einer Manschette, die um die Harnröhre gelegt wird, einer Pumpe, die in den Hodensack eingesetzt wird und einem druckregulierenden Ballon, den man neben oder in die Bauchhöhle implantiert. Die Operation findet unter Vollnarkose statt, mit einem einzigen Hautschnitt im Bereich des Hodensackes oder über Zugangsweg über den Damm und erfordert einen Krankenhausaufenthalt von etwa eine Woche.

Sechs bis acht Wochen nach der Operation wird der künstliche Schließmuskel aktiviert. Im aktivierten Zustand verschließt die Harnröhrenmanschette die Harnröhre und stellt dadurch die Kontinenz her. Durch Betätigen der Pumpe im Bereich des Hodensacks wird die Manschette bei Bedarf entleert und damit das Wasserlassen ermöglicht. Der Verschluß der Manschette erfolgt im Anschluß wieder automatisch.

In etwa 80 Prozent erzielt die Operation ihre gewünschte Wirkung und es kommt zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität. Das Hauptrisiko dieser Operation ist die Notwendigkeit eines Zweiteingriffs, unter anderem wegen technischer Defekte oder Infektionen. Etwa bei einem von zwanzig Patienten muß wegen derartiger Komplikationen ein Teil des künstlichen Schliessmuskels oder das System komplett entfernt werden, in aller Regel kann allerdings nach einer Wartezeit ein neues System erneut implantiert werden.

 

Letzte Aktualisierung 27.02.2012nach oben

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