Klinikum Delmenhorst gGmbH
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Wildeshauser Straße 92
27753 Delmenhorst
Dr. med. Rüdiger W. Schlick
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Die gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostataadenom oder BPH) ist die häufigste Erkrankung des alternden Mannes. Ab dem 50. Lebensjahr kommt es zu einer knotigen Vergrößerung der Drüsen in der Prostata. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der betroffenen Männer. Ab dem 75. Lebensjahr ist diese dann bei nahezu allen Männern nachweisbar.
Die Ursache dieser gutartigen Vergrößerung ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Gesichert ist ein gestörtes Wechselspiel von Geschlechtshormonen im höheren Alter. Durch die Ausdehnung der Prostata kommt es schließlich zu einer Einengung der Harnröhre und somit zu einer Behinderung des Harnabflusses bei der Blasenentleerung.
Häufige Symptome sind ein verzögerter Miktionsbeginn, eine verlängerte Miktionszeit, ein nachlassener Harnstrahl, Restharngefühl bis hin zur totalen Harnsperre und ein unangenehmes Nachträufeln. Oft kommen irritative Symptome wie häufiges Wasserlassen, ein schwierig zu unterdrückender und plötzlicher ultimativer Harndrang sowie nächtliches Wasserlassen hinzu.
Wenn Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung auf eine medikamentöse Therapie schlecht ansprechen, stellt die Entfernung des Prostataadenoms derzeit die erfolgreichste Behandlung dar. Etwa ein Viertel aller Patienten mit Prostatavergrößerung und den oben geschilderten Beschwerden müssen sich innerhalb von rund drei Jahren trotz einer medikamentösen Behandlung einer operativen Behandlung unterziehen. Zu den Standardoperation gehören das elektrische "Ausschälen" der Prostata durch die Harnröhre (TURP) oder schnittoperative Verfahren wie die Operationen nach Millin oder Freyer.
Die Grünlicht-Verdampfung der Prostata ist ein neuartiges, blutungsarmes und schonendes Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Wie bei der elektrischen Abhobelung wird die Laserfaser über die Harnröhre an die Prostata herangeführt.
Die Wellenlänge des abgegebenen Laserlichtes liegt im sichtbaren grünen Bereich (deshalb Grünlicht Laser). Bei dieser Wellenlänge werden das Licht und die Energie optimal von Blutgefässen und blutreichen Geweben aufgenommen. Da das vergrößerte Prostatagewebe sehr blutgefässreich ist kommt es also zu einer Verdampfung dieses Gewebes. Die obersten Zellschichten werden erhitzt, es bilden sich Bläschen in der Zelle, der Druck steigt und führt schließlich zum Zerplatzen der Zelle. So wird die Prostata Schicht für Schicht verkleinert.
Besonders für Patienten die aufgrund einer anderen Erkrankung blutverdünnende Medikamente (Aspirin, Plavix, Marcoumar, etc.) einnehmen ist die Grünlicht-Laser Operation geeignet, da diese Medikamente nicht abgesetzt werden müssen. Der Eingriff kann praktisch ohne Blutverlust durchgeführt werden und es besteht kein Risiko für ein TUR Syndrom. Die Katheterbehandlung nach der Operation ist deutlich kürzer als bei der herkömmlichen elektrischen "Abhobelung" der Prostata (TURP), somit wird auch der stationäre Aufenthalt verkürzt. Die Methode ist sehr schonend, so dass auch Patienten mit schweren Vorerkrankungen behandelt werden können. Die Langzeitergebnisse sind bislang mit der TURP vergleichbar. Mit dem neuen, höher-energetischen 120 Watt HPS Greenlight-Laser ist ein schnellerer und wirksamer Gewebeabtrag möglich, wovon insbesondere Patienten mit größeren Drüsen profitieren.
In der Regel kommt es nach dem Eingriff zu einem trockenen Samenerguss, da der Blasenhals postoperativ offen steht. Bei ausdrücklichem Wunsch bieten wir eine ejakulationsprotektive Greenlight Laservaporisation an, bei der der Blasenhals geschont wird und deshalb ein normaler Samenerguss möglich ist. Diese Variante ist mit einem leicht erhöhten Risiko für einen Wiederholungseingriff verbunden. Die Indikation für eine blasenhalsschonende Operation muss individuell gestellt werden und ist nicht bei jedem Patienten möglich.
Die Abbildungen zeigen eine Prostataloge vor der Operation, während der Operation mit eingeführter Laserfaser und am Ende der Operation mit offen-stehender Prostataloge.
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| Zustand der Prostata vor der Operation mit dem GreenLight-Laser |
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| Laserung der Seitenlappen mit dem GreenLight-Laser |
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| Laserung des Blasenhalses mit dem GreenLight-Laser |
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| Laserung der Seitenlappen mit dem GreenLight-Laser ohne Blutung |
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| Fortgeschrittene Laservaporisation |
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| Fortgeschrittene Laserung der Seitenlappen |
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| Gegen Ende der Laserung - noch kleinere Reste seitlich nahe dem Schließmuskel |
Der Vorteil dieser neuen Technik besteht in der Blutungsarmut bei der Verdampfung des Prostatagewebes. Es können sogar Patienten behandelt werden, die Aspirin, Plavix oder ähnliche gerinnungshemmende Medikamente eingenommen haben. Auch kann keine Spülflüssigkeit wie bei der TURP in das Blutgefäßsystem gespült werden und zu einem Platzen der roten Blutkörperchen führen ( sog. TUR Syndrom ).
Es wird wie bei der herkömmlichen Aushobelung der Prostata ein Endoskop in die Harnröhre eingeführt. Ein Bauchschnitt ist also nicht erforderlich. Das Prostatagewebe wird nun blutungsarm verdampft. Schon kurz nach dem Eingriff kann man wiederi wasserlassen. Dieses Verfahren hat keine negativen Auswirkungen auf die Potenz und die Sexualität des Mannes.
Die neue Technik kann bei allen Männern durchgeführt werden, die wegen einer Prostatavergrößerung Probleme mit dem Wasserlassen haben. Vor der Behandlung muss ein Prostatakrebs durch eine Blutuntersuchung und eine Untersuchung der Prostata mit dem Finger ausgeschlossen werden, da das verdampfte Gewebe nicht mit dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht werden kann.
Patienten mit einer existenten Entzündung der Vorsteherdrüse oder Patienten bei denen die Prostata stark versteint ist, sollten so nicht operiert werden.
Der Krankenhausaufenthalt beträgt beim Greenlight Laser nur wenige Tage, da die Gewebeabtragung sehr schonend, die Blutung äußerst gering und die Erholungsphase der Patienten sehr kurz ist.
Der Harnröhrenkatheter kann nach 1-2 Tagen entfernt werden.
Obwohl die Kosten für diese neue Technik sehr hoch sind, kann an der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Klinikums Delmenhorst jeder Patient, ob privat oder gesetzlich versichert, diese Therapie erhalten.
Das gutartige Prostatagewebe wird durch die Harnröhre mit einer sehr heißen, schneidenden Schlinge abgetragen. Mit der TUR-P können Prostatadrüsen bis etwa 70 Gramm Schwere operiert werden. Nach der Operation wird ein Spülkatheter für etwa 2 Tage eingelegt. Sie sollten mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa 6 bis 8 Tage rechnen.
Über einen Bauchschnitt vom Schambein bis zum Nabel wird die Prostata ohne Eröffnen der Harnblase ausgeschält. Diese Technik, die als suprapubische Prostataenukleation bezeichnet wird, wird bei sehr großen Prostatadrüsen angewendet, wenn ein Aushobeln nicht mehr möglich ist.
Der Krankenhausaufenthalt beträgt insgesamt etwa 7 bis 9 Tage. Über den einliegenden Katheter wird etwa am 7. Tag nach der Operation eine Röntgendarstellung der Blase durchgeführt. Die Katheterentfernung richtet sich nach dem Röntgenbefund jedes einzelnen Patienten.
Dieser Stent wird wie bei einer Blasenspiegelung über ein Sichtinstrument in den Teil der Harnröhre eingelegt, der von der Prostata verlegt wird. Der Stent entfaltet sich bei Kontakt mit warmem Wasser und bleibt in der prostatischen Harnröhre liegen. In der Regel geschieht dies ohne Vollnarkose, lediglich in Analgosedation (unter Verwendung eines Schmerzmittels und einer beruhigenden Schlafspritze). Ein Harnröhrenkatheter wird nicht gelegt und der Krankenhausaufenthalt ist sehr kurz.
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