
Prof. Dr. Martin Teschner HUST
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Klinikum Delmenhorst gGmbH
Klinik für Thoraxchirurgie
Wildeshauser Straße 92
27753 Delmenhorst
Sekretariat
Iris Martens
Telefon (04221) 99-4263
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Genau wie jedes andere Organ in unserem Körper können auch die Atemwege, der Brustkorb und auch die Lunge selbst krank werden.
Es gibt angeborene und erworbene Erkrankungen der Lunge. Angeboren bedeutet, dass die Krankheiten von Geburt an vorhanden sind; sie sind während der Entwicklung des Säuglings im Mutterleib entstanden. Erworbene Krankheiten sind Schäden durch Unfälle, Entzündungen oder Einwirkungen von Schadstoffen.
Zu den angeborenen Erkrankungen gehören zum Beispiel Missbildungen der Brustwand oder der Lunge. Missbildung bedeutet, dass etwas nicht richtig angelegt oder ausgebildet ist. Ein Beispiel für eine solche Missbildung ist die Trichterbrust. Hierbei ist das Brustbein eingesunken.
Zu den erworbenen Erkrankungen gehören besonders bösartige Tumoren (Lungenkrebs). Bösartig bedeutet, dass sich Gewebe in der Lunge verändert, wächst und die gesunde Lunge zerstört. Gleichzeitig können Absiedlungen (Metastasen) in anderen Organen entstehen, zum Beispiel im Gehirn, in den Knochen oder in der Leber. Auch dort richten sie große Schäden an. Lungenkrebs führt unbehandelt zum Tode. Leider kommt häufig die Behandlung zu spät.
Es gibt ganz unterschiedliche Arten von bösartigen Tumoren in der Lunge. Die Entstehung von Lungenkrebs - zumindest von einigen Arten - wird durch Rauchen von Zigaretten gefördert. In der Werbung ist oft zu hören und zu sehen, wie cool und erwachsen Rauchen ist. Die Werbung für das Rauchen verspricht Geschmack, Freiheit und Abenteuer, Zigaretten bedeuten aber in Wirklichkeit Abhängigkeit, Krankheit und Tod. Du verlierst Deine Kondition im Sport. Deine Lunge sowie Deine Zehen und Beine werden schwarz, weil sie nicht mehr richtig durchblutet werden und absterben.
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Abbildung 23 "Teerlunge"; der Teer aus der Zigarette lagert sich auf der Lungenoberfläche bzw. auf dem Lungenfell ab und führt zu der schwarzen Verfärbung. |
Rauchen macht krank. Das, was in vielen Gruppen von Jugendlichen angesagt ist, macht nicht nur anfällig gegen Erkältungen, sondern schränkt auch die Leistungsfähigkeit -zum Beispiel im Sport - ein, bewirkt Durchblutungsstörungen an den Beinen, am Herzen und im Kopf und führt so zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Rauchen fördert nicht alleine die Entstehung von Lungen- und Kehlkopfkrebs, ist aber ein Hauptfaktor. In der Zigarette und im Zigarettenrauch - und das ist fast unvorstellbar - sind über 4000 Substanzen erhalten, darunter viele, die giftig sind (zum Beispiel Kohlenmonoxid, Blausäure, Nikotin oder Formaldehyd) und viele, die die Bildung bösartiger Tumoren fördern, wie zum Beispiel eine radioaktive Substanz (N- Polonium). Das Gefährliche ist zudem, dass Rauchen abhängig macht. Und von dieser Sucht wieder loszukommen, ist sehr schwer. Der beste Tipp ist, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Es ist viel kooler, seine eigene Meinung zu vertreten und zu sagen, ich möchte nicht rauchen, als das zu machen, was alle anderen machen. Denn bei seinem eigenen Standpunkt zu bleiben, weil man die Folgen des Rauchens genau kennt, ist erwachsen. Sich die Meinung hingegen von einem "Freund" oder einer "Freundin" oder einer Gruppe aufzwängen zu lassen, spricht eher dafür, dass man sich leicht beeinflussen lässt.
Lungenkrebs fängt langsam und unbemerkt an zu wachsen. In der Lunge gibt es keine Nerven, die Schmerzen anzeigen, deshalb kann der Krebs groß wie ein Tennisball werden und der betroffene Mensch merkt nichts davon. Meistens, wenn es zu spät ist, gibt es Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Warnhinweise sind zum Beispiel anhaltender Husten mit blutigem Schleim, Schmerzen beim Atmen, verminderte körperliche Belastbarkeit mit Atemnot bei geringen Anstrengungen, später Gewichtsabnahme und fehlender Appetit.
Jedes Jahr erkranken etwa 40.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Das sind so viele Menschen, wie in einer Kleinstadt leben. Die wenigsten dieser Menschen leben mehrere Jahre.
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