Chirurgische Praxis
Überblick
1. Einlage von Thoraxdrainagen
2. Empfehlungen zur Schmerztherapie bei Rippen- und Sternumfraktur
3. Flexible Bronchoskopie
1. Einlage von Thoraxdrainagen
Vorbereitung
- Halbsitzende Position;
- Peripher-venöser Zugang; Sauerstoff- Insufflation via Nasensonde (z.B. 4l/min)
- Hautdesinfektion, Lokalanästhesie der Haut und des Subkutangewebe mit z.B. ca. 10ml Xylonest 2% (cave: Allergien!), danach erst Interkostalraum und Pleura (nochmals z.B. 10ml Xylonest 2%) am Oberrand der Rippe;
- 3 min abwarten; dann nach erneuter Hautdesinfektion mit langer (z.B. grüner) Kanüle Lokalanästhesie der Pleura parietalis; dabei kontinuierliche Aspiration; nach Luftaspiration Kanüle zurückziehen und weiter infiltrieren;
- 15 min abwarten; in der Zwischenzeit steriles Abwaschen und Abdecken;
- Drainage an der Spitze mit der Kornzange fassen.
Durchführung
- Propofol nach KG i.v.; - die Patienten dürfen bei Drainageneinlage keine Schmerzen haben!
(Anmerkung: Die Pleura parietalis ist extrem schmerzempfindlich; ohne ausreichende Analgesie wird die Drainagen- Einlage zu einem traumatischen Erlebnis; unter ungünstigen Bedingungen kann sogar im Zuge der Schmerzreaktion ein Herzinfarkt ausgelöst werden)
- Inzision bogenförmig am Pektoralisrand, ca. 2-3 cm Länge; Spreizen der Muskulatur mittels Schere, stumpfes digitales Eingehen mit dem linken Zeige- oder Mittelfinger in den Interkostalraum in Exspiration; überflüssig weite Gewebezerreißungen vermeiden; für den Drainagekanal genügt die Durchtrittsgröße des Fingers;
- Nach Austasten des Pleuraraumes Einlage der Drainage; dabei den Finger belassen, die Drainage mit Hilfe der Kornzange direkt nach Zurückziehen des Fingers einlegen;
- Bei korrekter Lage fließt Sekret ab oder die Drainage fördert Luft und sie beschlägt von innen;
- Stabile Annaht, Kompressenverband, Zugentlastung der Drainage mittels Pflasterzügel. Primärer Sog: ca. 40 mmHg, Schlauchlänge: ca. 1.40 m.
Wahl der Drainage
- Pneumothorax: Botari- Drainage nach kranial;
- Hämato- und Serothorax: gebogene Bülau- Drainage nach kaudal in den Rec. costodiaphragmaticus;
- Bei artifiziellem Pneumothorax und / oder sehr kleiner Fistel (auskultieren!): kleinlumige Drainage, z.B. Matisse- Katheter; alleinige Punktion nur in Ausnahmefällen;
- Röntgenkontrolle zur Lage der Drainage.
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Abbildung 1
Schnittführung zur Einlage einer Thorax- Drainage.
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Vgl.auch thorakale Drainagesysteme und Hochdrucksaugung (High pressure Sogsysteme).
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2. Empfehlungen zur Schmerztherapie bei Rippen- und Sternumfraktur
- Analgetische Medikation: Primär Novaminsulfon (Novalgin) intravenös (i.v./ Kurzinfusion), ggf. kombinieren mit Tramadol (Tramal)
- Falls nicht ausreichend: Diclofenac (z.B. 100 mg Voltaren Supp), kombiniert mit Magenschutz (z.B. Pantozol 40mg)
- Interkostalnervenblockade (z.B. mit Xylocain 2%); schräg eingehen in den Interkostalraum; die Unterkante der Rippe muss nicht zwingend erreicht werden (cave: Interkostalarterienblutung), das Anästhetikum verteilt sich im Gewebe
- Opiate, insb. auch Dipidolor, vermeiden (Atemdepression; die Inzidenz von Pneumonien steigt rapide an)
- Bei therapieresistenten Schmerzen: Einlage eines thorakalen Periduralkatheters (PDK) durch die Anästhesie
- Indikation zur operativen Versorgung von Rippenfrakturen:
- dislozierte, die Brustwand durchspießende Frakturen (extrem selten)
- Rippenpseudarthrosen mit anhaltenden, chronischen Beschwerden
- Indikationen zur Versorgung von Sternumfrakturen:
- Sternumquerfrakturen
- Sternumfrakturen mit Blutungen aus der A. mammaria interna
- Mehrfragmentfrakturen.
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3. Flexible Bronchoskopie
- Bronchoskop im Aufbewahrungsbehälter zunächst belassen und dort vorbereiten
- Bronchoskop auf keinen Fall knicken oder stärker biegen
- Arme bei kräftigen oder zu erwartend unruhigen Patienten fixieren nach Gabe von Propofol
- Primärer Zugang: transoral; auf keinen Fall bei Widerstand transnasal
- Bei transoralem Zugang: Zahnersatz entfernen; Beißring verwenden; die assistierende Fachkraft muss diesem Beißring ununterbrochen in Position halten
- Endobronchiales Saugen nur beim Zurückziehen des Skopes (cave Schleimhautverletzungen)
- Beim Spülen immer erst den Skop- Kanal freispülen (gleichzeitig absaugen, damit der Kanal- Inhalt nicht wieder in das Bronchialsystem gespült wird)
- Lavage-Menge < 10 ml/ endoluminal/ Spülvorgang (Ausnahme: alveoläre Proteinose)
- Bronchoskop in Umhüllung für Absaugkatheter verpacken, getrennt von dem Aufbewahrungsbehälter zum Reinigen geben.
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Letzte Aktualisierung 18.05.2010