In Deutschland leiden etwa acht Millionen Menschen an dauerhaften, chronischen Schmerzen. Seit heute werden Schmerzpatienten im IOS-Zentrum - Interdisziplinäre Orthopädie und Schmerztherapie - des Klinikums Delmenhorst auf einer eigenen Station von einem interdisziplinären Team leitliniengerecht versorgt.

Schmerzen sind ein Hinweis auf Krankheiten und Störungen der körperlichen oder psychischen Gesundheit. Das körpereigene Warnsystem schlägt Alarm und zeigt an, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auf dem Gebiet der Schmerztherapie arbeiten verschiedene Bereiche des Klinikums Delmenhorst bereits seit dem Jahr 2007 eng zusammen. So konnten in der Vergangenheit durch die Einbindung der unterschiedlichen Kernkompetenzen - Schmerztherapie, Orthopädie, Anästhesie, Physiotherapie, Ergotherapie und Psychologie - erfolgreiche Strategien für die Versorgung von Schmerzpatienten entwickelt werden. In allen beteiligten Bereichen wurde nach und nach eine hohe fachliche Qualität auf dem Gebiet der Schmerztherapie auf- und ausgebaut. Im Bereich der Implantation von Neurostimulationssystemen und Medikamentenpumpen ist das Klinikum Delmenhorst sogar überregional bekanntes Zentrum.
Das erfolgreiche Konzept der multimodalen, interdisziplinären Therapie mündet nun in der Gründung des IOS-Zentrums - Interdisziplinäre Orthopädie und Schmerztherapie. Insgesamt zehn Betten stehen ab dem 4. Oktober 2011 für Patienten mit chronischen Schmerzen auf der Station B1 im Klinikum Delmenhorst zur Verfügung. Dies ist ein großer Fortschritt für die stationäre Versorgung von Schmerzpatienten im Nordwesten Niedersachsens.
Die Besonderheit des multimodalen Behandlungsansatzes ist ein auf jeden Patienten individuell zugeschnittenes Programm mit verschiedenen Anwendungen. Vorwiegend behandelt werden im IOS-Zentrum beispielsweise Patienten mit chronischen Rücken- oder Gelenkbeschwerden. Sie werden sowohl ärztlich - schmerztherapeutisch und orthopädisch - als auch psychologisch betreut. Ein individueller Trainingsplan der Physiotherapie und Ergotherapie ergänzt die stationäre Versorgung. Besonders profitieren von der Möglichkeit der stationären Schmerzbehandlung können nun auch CRPS-Patienten, die unter einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom, einer neurologisch-orthopädisch-traumatologischen Erkrankung, leiden.
Meldung vom 04.10.2011
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